Konzertante Aufführung der Oper "Die Herzogin von Guise" (Originalfassung von 1833) - deutsche Erstaufführung

Die aufwendigste Produktion der Bad Homburger Schlosskonzerte war die Aufführung der Oper in zwei Akten „Herzogin von Guise“ von Carlo Coccia (1782-1873). Die Aufführung war in allen Belangen ein riesiger Erfolg. Lesen Sie selbst.

 

Ihre
Bad Homburger Schlosskonzerte

Pressestimmen

„Die Ausstattung muss in einen einzigen Lastwagen passen“

 

„… Es klingt auch etwas Stolz und viel Begeisterung mit, wenn [Karl-Werner Joerg, Leiter der Bad Homburger Schlosskonzerte] nun über sein erstes großes Musiktheater-Projekt und damit über eine Rarität spricht: die 1833 an der Mailänder Scala uraufgeführte Oper „Die Herzogin von Guise“ von Carlo Coccia, eine Belcanto-Oper im Stil Rossinis. … Allein das Notenmaterial für Coccias Oper einzurichten nahm in der Folge eine Menge Zeit in Anspruch. Denn es gab keine Partitur und Stimmen mehr, sondern lediglich einen Klavierauszug. … Gespielt werde die erste Fassung der Oper, die gegenüber einer späteren Bearbeitung für die Sänger „extrem schwierig“ sei und den Tenören große Höhen abverlange. … Die ganze Ausstattung müsse letztlich in einen einzigen Lastwagen passen, fügt Joerg pragmatisch hinzu.“

FAZ am 24.08.2017 von Guido Holze

 

„Die Herzogin und der Mord von Paris“

 

„… Nun, im 500. Jahr der Reformation, wird [die Oper „Die Herzogin von Guise“] erstmals wieder aufgeführt – nach historischem Vorbild. … „Das Thema ist brandaktuell“, sagt Joerg mit Blick auf die Flüchtlingskrise. „Wie heute geht es um Menschen, die ihres Glaubens wegen verfolgt werden und alles zurücklassen“, so der Musikwissenschaftler. … Coccia war seinerzeit für virtuose Solistenparts bekannt; Joerg hat die Belcanto Spezialisten Nenad Čiča und Vassilis Kavayas (beide Tenor), die Sopranistin Chrissa Maliamani (Herzogin) sowie Laura Rieger (Contralto) für eine Hosenrolle verpflichtet. Für sie und weitere Sänger bestehen höchste Anforderungen, weil die schwierige Urfassung wiederbelebt wird.“

FNP/TZ am 23.09.2017 von Anke Hillebrecht

 

„Große Oper in der Kirche“

 

„Premiere feierte Carlo Coccia mit seiner Oper „Die Herzogin von Guise“ 1833 immerhin in der Mailänder Scala. Doch anschließend verschwand das Stück rasch in der Versenkung. … Bis heute. Denn die Schlosskonzerte haben beschlossen, „Die Herzogin von Guise“ in ihrer Originalfassung nach 180 Jahren erstmals wiederaufzuführen. … Bei der „Herzogin von Guise“ handele es sich auch um ein musikalisch hochinteressantes Werk, betont Joerg. Es stehe nicht weit hinter denen von Carlo Coccias Zeitgenossen Gioachino Rossini zurück, die beide auch miteinander befreundet waren.“

Frankfurter Rundschau am 23./24.09.2017 von Torsten Weigelt

 

„Ein verschollenes Werk, das bewegt und begeistert“

 

„Die gut gefüllte Erlöserkirche erstrahlte in gedämpft-changierendem Licht und schenkte der „Wiedergeburt“ eines Werks den passenden Rahmen, das 180 Jahre verschollen war: Carlo Coccias melodramatische Oper „Die Herzogin von Guise“. … Sie ist hervorragend geglückt. Das haben der Szenenapplaus und der anhaltende Beifall am Ende bewiesen. Alles hat gestimmt. Beeindruckend das Orchester, das Karl-Werner Joerg für diese Aufführung zusammengestellt wurde; begeisternd die Solisten mit der brillanten Sopranistin Chrissa Maliamani als Herzogin und den beiden Tenören Nenad Cica als Herzog und Vassilis Kavayas als Graf von San Megrino, die ebenfalls mit wunderbaren Stimmen ausgestattet sind. Diese Solisten beeindruckten auch mit ihren Kadenzen und Koloraturen in den Soli und Duetten. Als vierte Solistin hat sich auch Laura Rieger in der Hosenrolle des Arturo (Contralto) hervorragend bewährt. … Der homogene Klangkörper wurde von Mark Pogolski mit sicherer Hand geleitet. … In dieser sehr „dichten“, ausdrucksstarken Aufführung wurden die hohen musikalischen Anforderungen so überzeugend bewältigt, dass sich die melodische Leichtigkeit vieler schöner Leitthemen „mühelos“ zu behaupten schien. Innig auch die Harfe, die mit ihrem Spiel die melancholischen Momente begleitet hat. … Die beiden Initiatoren Nicolas Trees und Karl-Werner Joerg dürfen sich gegenseitig auf die Schulter klopfen. Auch sie haben ein großes Lob verdient.“

Bad Homburger/ Friedrichsdorfer Woche am 19.10.17 von Kathrin Staffel

 

„Minutenlanger Applaus für ein fast vergessenes Werk“

 

„In mühevoller Kleinarbeit rekonstruiert, mit hervorragenden Sängern der „I Virtuosi Ambulanti“ und Instrumentalisten der Camerata Mainzer Virtuosi zur Aufführung gebracht: Die Oper von Carlo Coccia war ein Höhenflug für alle Beteiligten. ...Düstere, schwere Stimmung beschworen die Camerata Mainzer Virtuosi – fünf Streicher, acht Bläser und eine Harfe – unter dem Dirigat von Mark Pogolski im Vorspiel zur „Herzogin von Guise“ herauf. Dann ließ die Flöte die Herzogin erkennen, in Rhythmen war Pferdegalopp zu hören, vom ganzen Ensemble auch buntes Treiben am Hof. Die hochkonzentrierte, virtuose Spielfreude des kleinen Orchesters, ganz in der Größe damaliger fahrender Operntruppen, brachte hier schon ersten Erfolg. ... Und nun, 180 Jahre danach, ereignet sich die deutsche Erstaufführung in Dornholzhausen und Friedrichsdorf, passend zum 500. Reformationstag und den dortigen Hugenottenansiedlungen. ... Vier Protagonisten mit großartigen Stimmen verkörperten ihre Rollen tief überzeugend. ... Schwierigste Passagen mit Elementen des Belcanto bewältigten sie bravourös. ... Minutenlang füllte am Ende donnernder Applaus das Kirchenschiff für diese hochambitionierte Leistung.“

FNP/TZ am 17.10.2017 von Brigitte Gaiser

 

„Sängerwettstreit um die Herzogin von Guise”

 

„Dass man die Rarität nun in einer aufwendigen und seriösen Produktion als zeitgenössische Erstaufführung an reizvollem Ort kennenlernen konnte, war dem Musikwissenschaftler und Regisseur Nicolas Trees, dem Dirigenten Mark Pogolski und dem in der Region durch Klassikreihen wie die Bad Homburger Schlosskonzerte bekannten Kulturmanager Karl-Werner Joerg zu danken. ... Der Katholik Coccia zeichnete den Herzog aber keineswegs einfach böse. Er besetzte die Rolle auch nicht mit einem finsteren Bariton, sondern mit einem Tenor, der sich mit dem guten Grafen einen veritablen Sängerwettstreit um die schönsten Melodien und höchsten Töne liefert. Das brachte Nenad Cica als Herzog und Vassilis Kavayas als Graf mit viel Strahlkraft wirkungsvoll heraus. Der Hosenrolle des Pagen verlieh Laura Rieger nach Art von Mozarts Cherubino allen Charme, stimmlich ebenso weich und rein wie Chrissa Maliamani in der Titelpartie, die teils an Verdis Gilda und in einer Szene als Gefangene an Pucinis Tosca denken ließ. Zum musikalischen Effekt trugen die acht Choristen, die in einem Meisterkurs in Italien auf ihre Partien vorbereitet wurden, maßgeblich bei. Das mit Studenten der Mainzer Musikhochschule besetzte Orchester erzeugte unter Pogolskis Leitung alle nötigen Farben, wobei sich der Einsatz der Harfe in den Begleitfiguren als besonders günstig erwies. Insgesamt eine hoch lobenswerte Initiative und Produktion, der hoffentlich noch weitere Aufführungen in historischen Theatern beschieden sein werden.”

FAZ, 11.10.2017, Guido Holze

 

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Konzept und Produktion: I Virtuosi Ambulanti e. V., München.

In Zusammenarbeit mit: Mainzer Virtuosi, Casalmaggiore International Music Festival.

Idee und Projektmanagement: Bad Homburger Schlosskonzerte Karl-Werner Joerg.