Sonderkonzert

Freitag, 11. März 2022, 19.30 Uhr                                im Kurtheater Bad Homburg

Concentus Musicus Wien (Foto: unbekannt) Concentus Musicus Wien (Foto: unbekannt)

KÜNSTLER

 

Concentus Musicus Wien

Stefan Gottfried Dirigent

Gabriele Cassone Trompete

 

PROGRAMM

 

Joseph Haydn – Trompetenkonzert Es-Dur Hob. VIIe:1

Franz Schubert – Sinfonie Nr. 7 h-Moll D 759 ("Die (Un)vollendete"). Vollendete Fassung von Benjamin-Gunnar Cohrs

 

Der berühmte Concentus Musicus Wien (Orchester von Nicolaus Harnoncourt) kommt nach Bad Homburg und präsentiert die erst zweite Aufführung der jüngst „Vollendeten“ 7. Sinfonie von Franz Schubert – ein musikalisches Ereignis erster Güte.

Stefan Gottfried (Dirigent)

 

 

Stefan Gottfried wurde ab dem sechsten Lebensjahr von Leonore Aumaier am Klavier ausgebildet. Am Konservatorium der Stadt Wien begann er sein Klavier- und Hornstudium. Anschließend wechselte er zu Michael Hruby (Klavier), Gordon Murray (Cembalo). Außerdem studierte er Komposition und Musikpädagogik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, wo er 1999 zum Magister spondiert wurde. Bei Jesper Bøje Christensen an der Schola Cantorum Basiliensis (Basel, Schweiz) belegte er Generalbass und historische Tasteninstrumente. Gottfried absolvierte eine internationale Konzerttätigkeit auf Cembalo, Hammerklavier und Klavier, als Solist und Continuospieler, in Barockensembles und modernen Orchestern. Gottfried ist auch als Musikforscher tätig, unterrichtet seit 2000 an der Wiener Musikuniversität und hält Vorträge zu verschiedenen Aspekten der historischen Aufführungspraxis.

Nikolaus Harnoncourt zog ihn seit 2004 immer wieder als Mitarbeiter und Assistenten heran, so beispielsweise zu den Opernproduktionen Le nozze di Figaro bei den Salzburger Festspielen und The Rake’s Progress am Theater an der Wien.

Seine ersten Erfahrungen als Dirigent sammelte Gottfried an der Wiener Kammeroper, wo er 2015 die Aufführungen von Gli uccellatori (Florian Leopold Gassmann) und 2017 jene von La scuola de’ gelosi (Antonio Salieri) leitete. Nach der Abgabe von Harnoncourts Dirigierverpflichtungen übernahm Gottfried im Jänner 2016 die künstlerische Leitung des Concentus Musicus Wien. Als Dirigent des Concentus Musicus Wien debütierte er im Theater an der Wien mit der Zweitfassung von Beethovens Leonore (1806).

Neben dem Concentus Musicus Wien, der seit dem Rücktritt und Ableben von Nikolaus Harnoncourt hauptsächlich unter der Leitung von Stefan Gottfried spielt, dirigierte er unter anderem Konzerte der Wiener Symphoniker, des Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, des RSO Wien, etc.

Unter der Leitung von Stefan Gottfried spielt der Concentus Musicus Wien unter anderem barocke „Meisterwerke“ (Bach's Hohe Messe in h-Moll, Werke von Telemann und Händel), versucht aber auch unbekanntere Komponisten und Werke (Jan Dismas Zelenka, Romanus Weichlein, etc.) zur Aufführung zu bringen.

Vermehrt versucht sich der Concentus Musicus Wien unter Gottfrieds Leitung auch in spätklassischen und romantischen Projekten. So spielte er eine neue Vervollständigung der Unvollendeten Symphonie Nr. 7 Schuberts ein.

Gabriele Cassone 

 

Gabriele Cassone received his conservatory diploma in Trumpet following studies with Mario Catena, and in Composition studying with Luciano Chailly.
He is world renowned not only as a historical artist performing on original instruments (Baroque natural trumpet, Classical keyed trumpet, rotary valve trumpet and piston cornet), but enjoys an equal fame as a contemporary musician.
Luciano Berio selected Gabriele Cassone to premiere his works for solo trumpet: Sequenza X for solo trumpet, and Kol-Od, performed with L'Ensemble Intercontemporain under the direction of Pierre Boulez.
He has also shared the stage with celebrated trombonist Christian Lindberg in performances of Berio's opera Cronaca del Luogo, commissioned by the Salzburg Festival.
Famous international conductors have requested Gabriele Cassone for performances of the most demanding trumpet repertoire; Sir John Eliot Gardiner named him principal trumpet in the English Baroque Soloists for the entire cycle of J.S. Bach's Cantatas, and for the Second Brandenburg Concerto, and Ton Koopman, director of the Amsterdam Baroque Orchestra, requested him as principal trumpet for the ensemble's recording of Cantata BWV 51 by J.S. Bach.

He has a duo with Antonio Frigé, with whom he was co-founder of the baroque music Ensemble Pian&Forte. Gabriele Cassone has given solo concerts in major international theatres including the Concertgebouw in Amsterdam, Cité de la Musique in Paris, La Scala in Milano, the Mozarteum in Salzburg, New York's Carnegie Hall, the Queen Elizabeth Hall in London and the Vienna Konzerthaus. He is featured on over twenty acclaimed compact disc recordings in repertoire spanning the centuries from the baroque through the contemporary era.

Gabriele Cassone is a professor at the Conservatory of Novara in Italy, and holds regular international masterclasses as guest professor at the Academy of S. Cecilia in Rome. He is frequently featured as guest lecturer and teacher at masterclasses throughout Europe and in the United States, and is a regular jury member at prestigious international competitions throughout the world.
Gabriele Cassone plays trumpets, cornets and flugelhorn by Courtois.

Concentus Musicus Wien Concentus Musicus Wien

Concentus Musicus Wien

Der Concentus Musicus Wien war über 60 Jahre lang Heimat und Urzelle des musikalischen Schaffens seines Gründers Nikolaus Harnoncourt. Die das Ensemble kennzeichnende Intensität und die fundierte, unmittelbar lebendige Auslegung der musikalischen Meisterwerke basierte stets wesentlich auf Harnoncourts Forderung an jeden einzelnen Musiker, aktiv mitzuvollziehen und persönlich zu durchdringen, warum jetzt gerade „so und nicht anders“. Das Ensemble – damit nicht nur ausführender, sondern vom Geist des Werkes erfasster musikalischer Partner – entwickelte auf diese Art unweigerlich seine spezifische musikalische Sprache, die es so unverwechselbar macht.

„Kunst ist immer neu“ – Nikolaus Harnoncourts Credo und elementar lebendige Triebkraft und das in jedem Einzelnen verankerte Erbe aus den gemeinsamen Jahrzehnten lässt auch nach seinem Tod nicht an ein Aufhören denken. Den zugeworfenen Funken weiter zu entfachen, immer neu zu aktualisieren und auf weiterhin zu eröffnende Perspektiven zu entflammen, ist heutiges Anliegen des Concentus Musicus.

Der familiäre Zusammenhalt der Musiker war dabei immer eine wichtige Grundlage. In diesem Sinn erneuert sich der Concentus Musicus von innen heraus: aus den eigenen Reihen kommend wird Stefan Gottfried als neuer künstlerischer Leiter zusammen mit Erich Höbarth und Andrea Bischof und gemeinsam mit dem Enkel Maximilian Harnoncourt die Zukunft formen und gestalten.

Die Tatsache, dass der große Musiker und Künstler Harnoncourt, der Generationen von Musikern geprägt hat, mit dem Concentus Musicus seine letzten großen Projekte verwirklicht hat (Mozarts Da Ponte-Zyklus, „Zauberflöte“ und das „Instrumentaloratorium“ der letzten drei Sinfonien, Beethovens Sinfonien und „Missa solemnis“), ist Auftrag und Herausforderung zugleich, diesen unverwechselbaren musikalischen Geist weiter zu tragen und weiter zu entfalten.