3. Kammerkonzert

Freitag, 6. März 2020, 19.30 Uhr

Felix Klieser (Foto: Julia Wesely) & Christof Keymer (Foto: Steven Haberland)

 

KÜNSTLER

 

Felix Klieser Horn

Christof Keymer Klavier

 

 

PROGRAMM

 

Robert Schumann – Adagio und Allegro op. 70

Paul Dukas – Villanelle für Horn und Klavier

Richard Strauss – Andante für Horn und Klavier AV 86a op. posth.

Ludwig van Beethoven – Sonate für Horn und Klavier op. 17

Reinhold Glière – Vier Stücke für Horn und Klavier

Josef Gabriel Rheinberger – Sonate für Horn und Klavier Es-Dur

 

Änderungen vorbehalten.

Felix Klieser

 

Andere Jungs träumen davon, später einmal Fußballer zu werden – für den kleinen Felix indes stand schon als Vierjähriger fest, dass er unbedingt Horn spielen wollte. Warum? Schwer zu ergründen: In seinem familiären Umfeld ist niemand Musiker, geschweige denn Blechbläser – seine Eltern erkundigten sich erst einmal in der Musikschule nach dem Instrument. Und versuchten den Steppke dann mitsamt der Leiterin und dem Instrumentallehrer von seiner Idee abzubringen: Gilt das Horn doch als eines, ja das schwierigste aller Blasinstrumente, bei dem jeder nicht zentral getroffene Ton sofort für die gefürchteten Kiekser sorgt.

 

Was nichts mit dessen historischem Einsatz als Jagd- oder Posthorn zu tun hat, sondern allein mit seinem Klangfarbenspektrum: Vermag doch dieses mehrere Meter lange, gewickelte Rohr sowohl zu singen als auch zu schmettern, seine Farben mit den Lagen und Lautstärken zu wechseln wie kein zweites Instrument – kein Wunder, dass das Horn denn auch als Träger des Poetischen, als romantischer Klang schlechthin gilt.

Ein Zauber, den auch Klieser seinem Blech immer wieder zu entlocken weiß, wie die Kritiker schwärmen: Ob die Frankfurter Allgemeine Zeitung nun sein „helltönendes Schmettern“ lobt, in der Süddeutschen Zeitung seine „extrem straffe und mitreißende Interpretation“ der Rheinsberger-Sonate gewürdigt oder im Fachmagazin Fono Forum sein „rundes, nobles und von unendlichen Atemreserven getragenes Legato“ gepriesen wird, ein „mattgoldener Ton, der selbst in schmetternden virtuosen Passagen niemals ausbricht und Zeugnis einer perfekten Körperbeherrschung ablegt“ – stets steht in den Kritiken die Musikalität im Zentrum. Oder mit den eigenen Worten des Bläsers: „Es geht um das Berühren, denn eben diese Fähigkeit zeichnet seinen Klang und seine Farben aus.“

 

Klieser bedient hierfür die Ventile an seinem Horn mit den Zehen des linken Fußes, denn der Hornist ist ohne Arme geboren. Ein alles andere als leichtes Los – und doch sieht er in dieser Bürde vor allem eine Herausforderung.

 

Dass der Hannoveraner Student – der sein Studium gerade mit dem Bachelor abgeschlossen hat, damit auf dem richtigen Weg ist, bestätigen ihm sein Professor Markus Maskuniitty ebenso wie der Applaus des Publikums und die diversen Auszeichnungen. Diese seien enorm motivierend, das Entscheidende sei für ihn bei allen Gedankenspielen jedoch immer gewesen: „Ich wollte Musik machen und Musiker werden.“

Christof Keymer

 

Christof Keymer studierte in seiner Heimatstadt Köln als Jungstudent bei Eckart Sellheim, später bei Bernhard Ebert und Bernd Goetzke in Hannover, wo er das Konzertexamen ablegte. Pianistische Impulse erhielt er außerdem von Vitaly Margulis. Er war zu Gast bei Festivals wie den Berliner Festwochen, den Bayreuther Festspielen und den Niedersächsischen Musiktagen. Für eine Vielzahl deutscher Sender machte er Rundfunkaufnahmen. Diverse CD-Produktionen dokumentieren das Schaffen Christof Keymers. Dazu zählen die bei Berlin Classics erschienene Aufnahme sämtlicher Klaviertranskriptionen von Moritz Moszkowski, die eine beachtliche Resonanz in der Fachpresse und bei verschiedenen europäischen Rundfunksendern hervorgerufen hat, und eine Gesamtaufnahme der Klavierwerke von Hermann Goetz auf zwei CDs, die 2014 bei cpo erschienen ist. Auch auf dem Gebiet der Kammermusik veröffentlichte er zahlreiche Produktionen, darunter Aufnahmen des Aura Ensembles, bestehend aus Bläserquintett und Klavier. Als Herausgeber hat Christof Keymer eine Erstausgabe der bisher ungedruckten Klaviermusik von Hermann Goetz im Amadeus-Verlag betreut, die 2014 erschien. Christof Keymer ist Dozent für Klavier an der Musikhochschule Hannover.