Vom Bad Homburger zum Deutschen Dirigentenpreis

Rasmus Baumann, Sonderpreisträger 2009, dirigierte in der Saison 2009/2010 in Bad Homburg. Im Bild rechts sein Auftritt im Berliner Konzerthaus beim Finalkonzert im Februar 2009. Emotionale Konzerte mit begeistertem Publikum, sehr gute Kitiken und eine hörenswerte CD sind das Ergebnis seines Wirkens in Bad Homburg.
Wie kam es zu der Verbindung zwischen dem Deutschen Dirigentenpreis und den Bad Homburger Schlosskonzerten?
Aus dem Gedanken heraus den Bad Homburger Dirigenten-wettbewerb auf eine höhere Ebene zu stellen, entwickelte Karl-Werner Joerg, Inhaber der Agentur Kulturkommunikation und Veranstalter des Bad Homburger Dirigentenpreises, die Idee eines Wettbewerbs mit internationaler Bedeutung. Dieses Vorhaben wurde von Wilhelm Burmester, Geschäftsführer der BHF-BANK-Stiftung, und weiteren Entscheidungsträgern der Stiftung mit großem Interesse aufgenommen und fortan initiativ unterstützt. 2003 initiierte Joerg die ersten Gespräche mit Andreas Bausdorf, damaliger Geschäftsführer des Dirigentenforums des Deutschen Musikrates. Ergebnis der Gespräche war, die Abschlussveranstaltung des Dirigentenforums (Preis des Dirigentenforums, Bonn) und den Bad Homburger Dirigentenpreis zum Deutschen Dirigentenpreis zu vereinen. Die BHF-BANK-Stiftung, die seit 2000 bereits den Bad Homburger Dirigentenpreis unterstützte, übernahm die Finanzierung des neuen Preises.
Auf der Suche nach einem Orchester sprach Karl-Werner Joerg mit Prof. Andreas Richter, damals Geschäftsführer des Deutschen Sinfonieorchesters Berlin. Richter, angetan von der Idee, brachte das DSO als Partner in das Projekt ein.
So wurde am Sonntag, 8. Oktober 2006 in der Berliner Philharmonie zum ersten Mal der Deutsche Dirigentenpreis vergeben. Mit 35.000 Euro Preisgeld und umfangreichen weiteren Förderungsmaßnahmen durch Gastdirigate war der Preis europaweit die höchstdotierte Auszeichnung für Dirigenten. Vorsitzender der Finaljury war Sir Roger Norrington. Die Schirmherrschaft hatte Bundespräsident Horst Köhler. Bei der Neuauflage des Preises im Februar 2009 hat, auf Initiative von Andreas Bausdorf, das Konzerthausorchester Berlin dieses Projekt partnerschaftlich unterstützt. Die dritte Vergabe des Preises findet ebenso wie 2009 im Konzerthaus Berlin statt. Termin ist Samstag, der 7. Mai 2011. Lothar Zagrosek wird, wie schon 2009, den Vorsitz der Finaljury übernehmen.

Das Bild oben zeigt Mihkel Kütson, Gewinner des Deutschen Dirigentenpreis 2006, bei einer Probe mit dem Deutschen Sinfonieorchester in der Berliner Philharmonie.
Insgesamt werden beim Deutschen Dirigentenpreis 35.000 EUR an Preisgeldern ausgeschüttet, die sich in drei Preise aufteilen: 1. Preis ist der „Deutsche Dirigentenpreis“ dotiert mit 15.000 EUR. Darüber hinaus werden zwei Förderpreise vergeben, die mit jeweils 10.000 EUR dotiert sind. Diese Preise beinhalten die Leitung der Bad Homburger Schlosskonzerte für jeweils eine Saison. Der jeweilige Preisträger dirigiert dabei vier Kammerorchesterkonzerte. Diese Konzerte werden aufgenommen. Aus den Aufnahmen wird für den Preisträger eine Portrait-CD der Saison produziert, die neben einem Pressespiegel als Dokumentation seiner Arbeit gilt.
Die Vergabe des Deutschen Dirigentenpreises ist Bestandteil und prominenter Ausdruck der bedeutendsten Förderstruktur für junge Dirigenten in Deutschland: des Dirigentenforums des Deutschen Musikrats. Die Auswahl der Dirigenten, die für die Finalrunde mit dem Deutschen Symphonie Orchester zugelassen werden, wird über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren getroffen. Kriterium ist nicht mehr der kurze Augenblick des Wettbewerbs, sondern die künstlerische Arbeit der Kandidaten, die in einer oder mehreren Probephasen mit anschließenden Konzerten und den seit 2000 stattfindenden Orchester-werkstätten des Dirigentenforums beobachtet werden. Begleitet werden diese Phasen durch Jurymitglieder, die im Beirat des Dirigentenforums mitarbeiten. Voraussetzung für die Zulassung zum Wettbewerb ist prinzipiell die Aufnahme in die Förderung des Deutschen Musikrates. Alle Finalisten müssen die erste und zweite Förderstufe des Dirigentenforums erfolgreich absolviert haben. Das Erreichen der dritten Förderstufe berechtigt zur Teilnahme an der Finalrunde.
Jury 2011:
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Lothar Zagrosek, Vorsitz |
Chefdirigent Konzerthausorchester Berlin, Vorsitzender Beirat Dirigentenforum
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Rolf Becker |
GVL und DOV (Internationales)
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Prof. Dr. Peter Gülke |
Dirigent und Musikwissenschaftler, ehem. Vorsitzender Beirat Dirigentenforum
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Dr. Wolfgang Hagen |
Leiter Hauptabteilung Kultur und Musik Deutschlandradio Kultur
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Prof. Jorma Panula |
Sibelius Academy, Stockholm Royal Academy, Copenhagen Royal Academy
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Julia Spinola |
Musikchefin Feuilleton FAZ
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Prof. Gerd Uecker |
ehem. Intendant Semperoper Dresden
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Ulf Werner |
Orchesterdirektor Konzerthausorchester
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Pirmin Grehl |
Soloflötist, Orchestermitglied Konzerthausorchester
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Wilhelm Burmester |
Geschäftsführer BHF-Bank-Stiftung (ohne Stimmrecht) |
Bisherige Preisträger:
Deutscher Dirigentenpreis 2009
1. Preisträger Deutscher Dirigentenpreis 2009: Simon Gaudenz
Sonderpreisträger 2009: Rasmus Baumann, Shi-Yeon Sung
Deutscher Dirigentenpreis 2006
1. Preisträger Deutscher Dirigentenpreis 2009: Mihkel Kütson
Sonderpreisträger 2006: Evan Christ, Hendrik Vestmann